Umweltprüfbericht: Schweiz ist keine Musterschülerin


Die OECD hat die Schweiz in Sachen Umweltschutz einem internationalen Vergleich unterzogen. Die Bilanz ist durchzogen: Viele Gewässer hierzulande sind stark mit Schadstoffen belastet und etliche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Ausserdem produziert die Schweiz mit 742 Kilo Abfall pro Kopf fast am meisten Siedlungsabfall in Europa. Die OECD rät der Schweiz, den Aktionsplan Biodiversität unverzüglich umzusetzen. Die Raumplanung erhält Lob und Tadel.
Gute Noten erhält die Schweiz für den niedrigen Energieverbrauch der Wirtschaft und für die Verbesserung der Ressourceneffizienz im Inland. Positiv beurteilt wird auch das Engagement der Schweiz in internationalen Umweltgremien, wie das Bundesamt für Umwelt BAFU mitteilt.
Auch das revidierte Raumplanungsgesetz (RPG) wird beurteilt: Die 2013 eingeführten Änderungen im RPG, die eine Verkleinerung von zu grossen Bauzonen und eine bessere Nutzung der bestehenden Baulandreserven zum Ziel haben, seien positiv. Positiv seien auch die Renaturierung von Gewässern und die Pflicht der Kantone (seit 2011), den Flüssen genug Raum zu geben. Jedoch: «Mängel im Projektbewilligungsverfahren und ein Steuersystem, das die Gemeinden dazu ermutigt, die Zersiedelung zu erlauben, schränken den Fortschritt jedoch ein».

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Veröffentlicht
09:54:00 30.11.2017